
Großes Interesse fand die Informations- und Diskussionsveranstaltung zur Energie- und Wärmewende in Eichenau. Im Mittelpunkt standen die Folgen der Klimakrise, konkrete Lösungsansätze – und die Frage, welche Rolle die Kommunalpolitik dabei spielt.
Zum Auftakt gab Landratskandidatin Ronja von Wurmb-Seibel einen Einblick in die Fortschritte und Versäumnisse im Landkreis der letzten zwei Jahrzehnte. Anschließend machte Dr. Leonhard Burtscher, Umweltinstitut München, die Dramatik der aktuellen Entwicklung deutlich. Der CO₂-Gehalt der Atmosphäre liegt aktuell im Februar 2026 bei 427 ppm – so hoch wie nie zuvor in der belebten Geschichte des Planeten. Extremwetterereignisse wie die Flut im Ahrtal oder Feuerstürme in Kalifornien zeigen, dass die Klimakrise längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr ist. Gleichzeitig machte er aber auch Mut: Der weltweite Ausbau der erneuerbaren Energien entwickelt sich äußerst dynamisch und erfolgreich. Wind- und Solarenergie zählen heute zu den kostengünstigsten Formen der Stromerzeugung. In Deutschland bestehen darüber hinaus erhebliche Einsparpotenziale. Allein durch Umstellung auf 100% LED Beleuchtung ließen sich mehr als 40 TWh Strom einsparen – so viel, wie alle Braunkohlekraftwerke im Rheinischen Revier produzieren. Auch in der Industrie wären durch konsequente Elektrifizierung und Effizienzmaßnahmen wie Dämmung oder Abwärmenutzung Einsparungen von rund 40 Prozent möglich.
Zum Abschluss übergab Burtscher den Stab mit dem berühmten Bild des „Pale Blue Dot“ – der letzten Aufnahme der Erde durch Voyager 1, bevor die Sonde in den Tiefen des Weltalls verschwand. Seine Botschaft: Es gibt keinen Planeten B. Es liegt in unserer Hand.


Anschließend erläuterte Bernhard Keppler, gelernter Elektroingenieur und Chipentwickler, der auf Listenplatz 2 für Bündnis 90/Die Grünen in den Eichenauer Gemeinderat kandidiert, zentrale Kernaussagen des Energienutzungsplans für Eichenau. In den Ergebnissen des Eichenauer Energienutzungsplans sieht er gute Voraussetzungen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Energieversorgung: ungenutzte Dachflächen für Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmepumpen sowie lokale Wärmenetze rund um kommunale Gebäude und dichter bebaute Wohnquartiere.

Die Umsetzung der anstehenden kommunalen Wärmeplanung, deren Ergebnisse noch in diesem Jahr erwartet werden, sieht Keppler als zentrale Aufgabe des nächsten Gemeinderats. Der Schwung der Eichenauerinnen und Eichenauer, die in den vergangenen Jahren die installierte PV-Leistung verdoppelt und die Batteriekapazität vervierfacht haben, stimmt ihn optimistisch. Ziel müsse ein Energiekonzept sein, das ökologisch sinnvoll, sozial verträglich und für die Bürgerinnen und Bürger bezahlbar ist.
In der abschließenden Diskussion wurde deutlich: Die Energiewende ist eine zentrale Gestaltungsaufgabe der Kommunalpolitik – und ein wichtiges Thema im anstehenden Gemeinderatswahlkampf. Bei Bavarian-Spritz klang der Abend in entspannter Atmosphäre mit angeregten Gesprächen aus.




